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Lohnenswert ist die Fahrt hinauf zum Gunung Brinchang (2032 m), die man mit dem Besuch der Sungai Palas Tea Estate am Fuß des Berges verbinden kann. Die Straße durch die Plantage, deren Pflanzungen sich bis in 1780 m Höhe erstrecken, ist allerdings in sehr schlechtem Zustand. Man kann auch ab Tanah Rata zur Tea Estate fahren, an der Abzweigung aussteigen und in 1 3/4 Std. den Berg hinaufwandern, wobei die schöne Landschaft für die Mühen entschädigt. Das von Nadelbäumen gesäumte schmale Sträßchen führt steil hinauf in die Berge, vorbei an Teeplantagen, Kohlfeldern und durch den Bergwald mit seinen Bambuswäldern und Saumfarnen, die in höheren Lagen von niedrigen mit Moosen und Flechten über- wucherten Bäumen und Rhododendren abgelöst werden. Auf dem höchsten mit dem Auto befahrbaren Punkt Malaysias arbeitet eine Radio- und Fernsehstation. Vor dem Tor steht ein 10 m hoher Aussichtsturm, von dem aus man bei gutem Wetter einen phantastischen Rundblick hat: Im Westen kann man hinunter bis zum Meer sehen, im Osten reichen die Berge bis zum Horizont. Zwischen Bergsschungel und Teeplantagen liegen die Dörfer der Plantagenarbeiter und die modernen Resorts

Teeplantgenbericht

Seit 1926 wird in Cameron Highlands Tee angebaut. Tamilen aus dem Süden lndiens galten als ideale Plantagenarbeiter, denn sie ordneten sich eher als die Chinesen den Befehlen der weißen Besitzer unter und waren an körperliche Strapazen in tropischem Klima gewöhnt. Bis 1938, als die Auswanderung ungelernter Arbeitskräfte nach Malaya von der indischen Regierung gestoppt wurde, kamen auf diese Art Hunderttausende von südindischen 1mmigranten ins Land. Sie stellen seither die überwiegende Mehrheit der Plantagenbevölkerung. Noch immer stehen überall auf den Kautschuk-, Palmöl- oder Teeplantagen ihre Barackensiedlungen mit den kleinen Hindutempeln. Die Teeverarbeitung ist ein langwieriger Prozeß Einmal pro Woche werden die jungen, zarten Teeblätter gepflückt, z.T. mit Maschinen, die von zwei Arbeitern geführt werden. Durchschnittlich benötigt man 5 kg Blätter zur Herstellung von 1 kg Tee. Eine Arbeitskraft sammelt im Schnitt 40 kg Teeblätter am Tag. In der Fabrik wird den Blättern durch Heißluft etwa die Hälfte ihrer Feuchtigkeit entzogen. Anschließend werden die welken Blätter maschinell gerollt, wodurch die verbliebenen Säfte zur Fermentierung freigesetzte werden. Die Oxidation der Gerbstoffe des ausgetretenen Saftes gibt dem Tee typisches Aroma. Bei der anschließenden maschinellen Trocknung erhält das Blatt seine schwarze Farbe. Für grünen Tee werden die frischen Blätter mit heißer Wasserdampf behandelt, danach gerollt und unfermentiert gedörrt. So behalten sie ihre grüne Farbe Am Ende sortiert man die getrocknete Tee nach Gütegraden. Mit dem feinen Teestaub, der bei der Verarbeitung fällt, werden Teebeutel gefüllt. Im Laden bekommt man 1 kg fertig verarbeiteten Tee für knapp 20 RM – für uns Europäer ein sensationell niedriger Preis. Bei den Pflückern bleibt davon der geringste Teil hängen. 1n Malaysia wird so Tee getrunken, dass die inländische Produktion zur Versorgung der Bevölkerung gar nicht ausreicht, sondern Tee importiert werden muss, z.B. aus China. Daher wird man außerhalb Malaysias vergeblich nach malaysischem Tee suchen.

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